Wofür wir stehen
Klar in der Wahrheit. Radikal in der Liebe.
Seit 1937 gibt es das Gospel Forum in Stuttgart, und seit Anfang der 90er-Jahre laden wir mit der Holy Spirit Night junge Menschen ein, Jesus zu begegnen. Jahr für Jahr kommen Tausende. Das ist unser Herzschlag, und daran hat sich nichts geändert.
Wir haben als Gemeinde selbst erlebt, was Kritik bedeutet, und wir haben daraus gelernt. Nach den Auseinandersetzungen rund um 2018 hat sich die Leitung des Gospel Forums grundlegend neu aufgestellt. Heute leitet eine neue Generation die Gemeinde: dankbar für das Fundament, auf dem wir stehen, und entschlossen, Kirche so zu leben, dass Menschen bei uns Freiheit, Würde und echte Begleitung erfahren.
Für das diesjährige Fire Festival hatten wir neben acht weiteren internationalen Sprechern und Künstlern auch ein Predigerehepaar aus Australien eingeladen. Die Einladung entstand auf persönlicher Ebene, nicht wegen ihrer Reichweite in den sozialen Medien. Schon vor der öffentlichen Debatte waren wir auf problematische Inhalte aufmerksam geworden und hatten begonnen, das intern zu prüfen. Wir haben ihnen unsere Sprecher-Vereinbarung geschickt. Im Laufe dieser Prüfung wurde uns klar: Es reicht nicht, einem Sprecher enge Vorgaben zu machen, was er sagen darf. Die Art, wie dort über Menschen gesprochen wird, über Homosexuelle, über Muslime, über Andersdenkende, passt nicht zu dem, wofür wir stehen. Deshalb haben wir die Einladung nach einem persönlichen Gespräch zurückgenommen. Die öffentliche Kritik hat diesen Prozess beschleunigt, aber nicht ausgelöst.
Wir hätten das früher prüfen müssen, bevor wir die beiden angekündigt und beworben haben. Diese Verantwortung übernehmen wir.
Die Drohungen, die die beiden und ihre Familie erhalten haben, verurteilen wir ebenso klar.
Viele fragen jetzt zu Recht: Wofür steht ihr eigentlich? Hier ist unsere Antwort. Nicht als Reaktion auf eine Debatte, sondern als Beschreibung dessen, was uns trägt.
01 Jesus steht im Mittelpunkt.
Wir glauben an Jesus Christus, gestorben und auferstanden, und an die Autorität der Bibel. Die Grundlage unseres Glaubens ist das Apostolische Glaubensbekenntnis, das uns mit vielen Kirchen und Gemeinden weltweit verbindet. Unser Auftrag ist, Menschen zu ihm einzuladen. Wir definieren uns nicht darüber, wogegen wir sind, sondern darüber, wem wir folgen.
„Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten.“
(1. Korinther 2,2)
02 Dazugehören, bevor man glaubt.
Bei uns muss niemand erst ein Bekenntnis ablegen, um willkommen zu sein. Jede Woche erleben wir, dass Menschen sich bei uns zu Hause fühlen, die noch auf der Suche sind, zweifeln oder einfach neugierig sind. Das ist gewollt. Glaube wächst in Beziehung, nicht unter Druck.
03 Wir glauben, was die Bibel sagt,
und wir werten niemanden ab.
Wir verstehen die Ehe nach biblischem Verständnis als Bund von Mann und Frau. Gleichzeitig hat jeder Mensch die gleiche Würde, weil er nach Gottes Bild geschaffen ist, unabhängig von sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Religion, Herkunft oder Lebensweise. Überzeugung und Würde schließen sich nicht aus.
„Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde.“ (1. Mose 1,27)
04 Wahrheit muss nie lieblos
gesagt werden.
Wir predigen das ganze Evangelium, auch Umkehr und Verantwortung vor Gott. Aber wir tun es nicht mit Drohkulisse, Verachtung oder Angst. Die Bibel ruft alle Menschen zur Umkehr, uns selbst zuerst. Es ist Gottes Güte, die Menschen zur Umkehr führt. Wer über andere spricht, als wären sie Feinde, hat Jesus nicht verstanden, auch wenn er recht hat.
„Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Umkehr leitet?“ (Römer 2,4)
05 Wir sind politisch heimatlos.
Wir predigen das ganze Evangelium, auch Umkehr und Verantwortung vor Gott. Aber wir tun es nicht mit Drohkulisse, Verachtung oder Angst. Die Bibel ruft alle Menschen zur Umkehr, uns selbst zuerst. Es ist Gottes Güte, die Menschen zur Umkehr führt. Wer über andere spricht, als wären sie Feinde, hat Jesus nicht verstanden, auch wenn er recht hat.
„Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel.“ (Philipper 3,20)
06 Der Heilige Geist macht Menschen nicht härter, sondern freier und liebevoller.
Wir glauben an das Wirken des Heiligen Geistes, an Gebet, Heilung, Erneuerung und lebendige Kirche. Daran messen wir uns: Wo Gottes Geist wirkt, wachsen Liebe, Freude, Frieden und Freundlichkeit. Druck, Manipulation und Angst sind nicht sein Werk.
Was das konkret heißt
Wir glauben an das Wirken des Heiligen Geistes, an Gebet, Heilung, Erneuerung und lebendige Kirche.
Daran messen wir uns:
Wo Gottes Geist wirkt, wachsen Liebe, Freude, Frieden und Freundlichkeit. Druck, Manipulation und Angst sind nicht sein Werk.
Auf unserer Bühne:
Wer bei uns spricht, unterschreibt unsere Sprecher-Vereinbarung: keine Abwertung von Menschen oder Gruppen, keine Parteipolitik, keine Angstrhetorik.
Im Gebet:
Wir beten für Kranke und erleben, dass Gott heute wirkt. Wir versprechen keine Heilung und ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Wir bieten keine Gebete oder Programme an, die das Ziel haben, die sexuelle Orientierung eines Menschen zu verändern. Prophetisches Reden geschieht bei uns zur Ermutigung, Ermahnung und zum Trost, nie zur Bloßstellung einzelner Menschen. Niemand wird zu einem Gebet gedrängt.
Für junge Menschen:
Viele unserer Besucher sind jung. Sie verdienen Schutz, Freiheit und echte Begleitung, auch nach einem Event. Seelsorge geschieht bei uns freiwillig, vertraulich und ohne Druck.
Im Umgang mit Andersdenkenden:
Menschen anderer Religionen, Menschen ohne Glauben, Kritiker und ehemalige Mitglieder begegnen uns als Menschen, nicht als Feindbild. Das gilt ausdrücklich auch für Muslime.
Mit Kritik:
Wir nehmen Kritik ernst und prüfen sie. Wo wir Fehler machen, sagen wir das. Wo wir anderer Überzeugung sind, sagen wir auch das, freundlich und klar. Wir unterscheiden zwischen Kritik und Einschüchterung: Kritik prüfen wir, auch wenn sie wehtut; Drohungen lehnen wir ab, gegen wen auch immer sie sich richten. Kommentare löschen wir nur, wenn sie beleidigen oder bedrohen.
Häufige Fragen
Habt ihr eure Theologie geändert?
Nein. Wir glauben, was wir immer geglaubt haben. Geändert haben wir, wie genau wir hinschauen, wen wir auf unsere Bühne einladen. Habt ihr wegen öffentlichen Drucks entschieden? Nein. Unsere Prüfung hatte schon vor der öffentlichen Debatte begonnen. Ausschlaggebend war nicht, wer uns kritisiert hat, sondern was wir selbst gesehen haben: pauschale Aussagen über ganze Gruppen von Menschen.
Was glaubt ihr über Homosexualität?
Wir verstehen die Ehe nach biblischem Verständnis als Bund von Mann und Frau. Gleichzeitig ist jeder Mensch bei uns willkommen und hat dieselbe Würde. Wir wollen niemanden beschimpfen, bedrohen oder unter Druck setzen, sondern Menschen zu Jesus einladen.
Sind Kritiker und ehemalige Mitglieder bei euch willkommen?
Ja. Wer mit uns sprechen möchte, auch über schwierige Erfahrungen, kann sich jederzeit melden unter info@gospel-forum.de. Wir hören zu.
Ich habe diese Einladung mitverantwortet und dabei gelernt, genauer hinzuschauen. Ich möchte eine Gemeinde leiten, in der man die Wahrheit hören kann, ohne ausgegrenzt oder diffamiert zu werden. Das erleben wir Woche für Woche in unseren Gottesdiensten, und daran halten wir fest.
Stuttgart, im Oktober 2026
Markus Wenz
Leitung Gospel Forum Stuttgart und
Holy Spirit Night